Ich bin Ehemann, Vater und Großvater, Freund und Partner. Beruflich bin ich Gründer von rhetorikhaus und Erzählphilosoph – ein Mensch, der genau hinhört, Fragen stellt und es beim ersten Gedanken selten belässt.“

Wo ich herkomme
Mein beruflicher Weg begann im Handwerk. Eigentlich wollte ich ans Theater und Maskenbildner werden; der Weg dorthin führte über eine Friseurlehre und später zur Meisterprüfung. Beim ersten Anlauf scheiterte ich. Beim zweiten schrieb ich die besten Ergebnisse in Pädagogik und Theorie – ausgerechnet in den beiden Fächern, die später meinen Beruf prägen sollten.

Diese frühe Erfahrung hat mir einiges mitgegeben. Handwerk bedeutet für mich bis heute, genau hinzusehen, etwas gründlich zu lernen und erst dann von Können zu sprechen, wenn es sich in der Praxis bewährt.


Früh Verantwortung übernehmen

Mit 23 Jahren trauten mir zwei Unternehmer zu, beim Aufbau eines Handwerks- und Dienstleistungsunternehmens Verantwortung zu übernehmen. Ein Jahr später gehörte ich der Geschäftsleitung an. Später war ich über drei Führungsebenen für fast dreihundert Mitarbeitende verantwortlich.

Viele Menschen in meinem Führungsteam waren erheblich älter als ich. Titel und Position halfen da nur begrenzt und so musste ich lernen zuzuhören, Entscheidungen nachvollziehbar zu vertreten, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und auch in schwierigen Situationen eine Haltung erkennen zu lassen, auch oder gerade wenn es unbequem wurde.

Rhetorik bekam für mich dadurch sehr früh eine praktische Bedeutung. Wie wir denken und fühlen, zeigt sich darin, wie wir uns ausdrücken. Wie wir handeln, lässt erkennen, woran wir uns orientieren. Und wie wir mit anderen Menschen umgehen, macht Werte oft deutlicher sichtbar als jedes Leitbild. Lebenserfahrung ist ein Vermögen, welches dir keiner nehmen kann!


Meine wichtigsten Lehrer

Parallel zu meiner Führungsverantwortung begann ich, mich intensiv weiterzubilden. Dazu gehörten Train-the-Trainer-Programme am Bratt-Institut und die Arbeit mit erfahrenen Lehrenden, unter ihnen Dr. Silvia Reischitz.

Besonders wichtig wurde für mich Dr. Klaus Fallenstein, Philosoph, Bildungs- und Kommunikationswissenschaftler. Über 25 Jahre war er mein Lehrer, fachlicher Wegbegleiter, Partner bei rhetorikhaus und nicht zuletzt verband uns eine innige Freundschaft. Von ihm lernte ich, genauer hinzusehen, einen Gedanken gründlich zu prüfen und menschliches Verhalten aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Unsere Zusammenarbeit hat mein Verständnis von Rhetorik, Kommunikation und Lernen wesentlich geprägt.

Gleichzeitig hatte ich einen großen Vorteil: Was ich lernte, konnte ich unmittelbar in meiner Führungsverantwortung erproben. Theorie und wirklicher Alltag lagen für mich nah beieinander. Aus dieser Verbindung entstand mit den Jahren mein eigener Blick darauf, was Menschen in anspruchsvollen Situationen tatsächlich hilft.


1993 entstand rhetorikhaus  

Seitdem arbeite ich mit Menschen, die etwas zu sagen, zu entscheiden, zu erklären oder zu vermitteln haben. Führungskräfte und Unternehmer gehören ebenso dazu wie Fachleute, Nachwuchskräfte und Menschen, die selbst andere Menschen aus- und weiterbilden.

In tausenden Stunden gemeinsamer Arbeit habe ich erlebt, wie unterschiedlich Menschen denken, entscheiden und auf Situationen reagieren. Genau diese Unterschiede interessieren mich. Sie verlangen Aufmerksamkeit, ein gutes Gegenüber und manchmal auch den Mut zum Widerspruch.


Lehren, schreiben und eigene Wege entwickeln

Über die Jahre erweiterte sich meine Arbeit. Ich war Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Weiden und veröffentlichte die Bücher „Einfach gesagt“, „Wie gesagt“, "Notizbuchstrategie", „Einfach sagen“ und "Rede-Evolution" sowie einige Bücher als Ghostwriter für Kollegen.

Aus der täglichen Praxis entstanden eigene Arbeitsweisen und Modelle. Dazu gehören das SKL-Prinzip© mit Situation, Komplikation und Lösung, W.I.E.V.-Methode© für anspruchsvolle Gespräche, Handvoll Werte© sowie weitere Werkzeuge für Rhetorik, Kommunikation und Führung. Mich beschäftigte dabei zunehmend eine Frage: Wie können Menschen ihre eigene Art entwickeln und zugleich rhetorisch überzeugend handeln? Diese Frage führte mich immer stärker zu den persönlichen Erfahrungen eines Menschen, zu seinen Werten, zu seinem Denken und zu den Geschichten, in denen all das sichtbar wird.


Was daraus geworden ist


Von der Rhetorik zur Erzählphilosophie

Über viele Jahre sammelte ich wahre Begebenheiten aus Beruf und Alltag sowie Weisheitsgeschichten aus unterschiedlichen Kulturen. Heute umfasst diese Sammlung mehrere Tausend Geschichten. Dabei faszinierte mich zunehmend, was hinter einer Geschichte liegt.

Eine Erzählung bringt Erfahrungen und Gefühle zum Ausdruck. Eine gute Frage öffnet einen weiteren Blick. Der sokratische Dialog prüft Gedanken und Überzeugungen. Werte- und Orientierungswissen hilft, Erlebtes einzuordnen. Und manchmal entsteht aus einer Interpretation plötzlich ein Gedanke, an dem vorher alle vorbeigegangen sind.

Genau aus dieser Verbindung entwickelte sich meine ErzählphilosophieSie verbindet Erzählen, Fragen und Rhetorik und ermutigt dazu, Erfahrungen genauer zu betrachten, Deutungen zu prüfen und den eigenen Gedanken weiterzuentwickeln.

Sapere aude – wagen Sie, selbst zu denken.


Ein weiterer Abschnitt

rhetorikhaus bleibt meine berufliche Heimat und das fachliche Haus, aus dem vieles entstanden ist.

Mit oliver-gross.com gebe ich inzwischen einem weiteren Teil meiner Arbeit mehr Raum: meinen Vorträgen, Essays, Kolumnen, Büchern und Hörgeschichten, der Erzählphilosophie und meiner Initiative sunder warumbe.

Nach mehr als drei Jahrzehnten beruflicher Arbeit kann ich heute bewusster auswählen, welchen Themen und Vorhaben ich meine Zeit widme. Schreiben nimmt dabei einen größeren Raum ein. Ebenso Vorträge und Begegnungen, bei denen ein Gedanke entstehen, sich entwickeln und auch einmal liegen bleiben darf.


Was in den nächsten Jahre entstehen soll

Zurzeit schreibe ich an meinem Buch „Du kannst niemals ein guter Anderer sein“. Der Titel formuliert eine These, die mich seit vielen Jahren begleitet: Jeder Mensch entwickelt aus Erfahrungen, Entscheidungen und Werten etwas Eigenes, das es wert ist, ernst genommen zu werden.

Mit „1× Leben süß-sauer, bitte“ verbinde ich Geschichten und Gedanken über Lebenserfahrung, Zuversicht und die kleinen Merkwürdigkeiten unseres Alltags. Weitere Veröffentlichungen und Vortragsformate entstehen daraus.

Auch die Erzählphilosophie soll in den kommenden Jahren weiter wachsen – in Texten, Vorträgen, Gesprächen und Begegnungen. Und mit sunder warumbe widme ich Zeit und Erfahrung Menschen und Einrichtungen, bei denen das Füreinander im Mittelpunkt steht.


Was alles miteinander verbindet

Je länger ich mit Menschen arbeite, desto stärker beschäftigt mich das, was zwischen ihnen geschieht. Wie finden Menschen trotz unterschiedlicher Erfahrungen und Sichtweisen zueinander? Wie gelingt ein Gespräch, in dem Zuhören und Widerspruch ihren Platz haben? Wie entsteht aus Verständnis auch Verantwortung füreinander?

Daraus ist ein Dreiklang entstanden, der meine Arbeit heute verbindet:

Zueinander finden.
Miteinander reden.
Füreinander da sein.

Vielleicht beschreibt er am besten, worum es mir nach all diesen Jahren geht. Ich freue mich auf unsere Begegnung.

Herzlichst
Oliver Groß


Das Mutterhaus - wo alles begann

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